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Gedenken an Familie Faber

Die jüdische Familie Faber, wohnhaft in der Sieg-Lahn-Straße 4 in Netphen, wurde am 27.7.1942 nach Theresienstadt deportiert, später dann von dort aus in das Vernichtungslager Auschwitz. Dort wurden alle Familienmitglieder, die Eltern Gustav Faber (*28.10.1884) und Klara Faber, geb. Hony (*17.5.1883) sowie deren Tochter Anita Ruth (*2.7..1927) am 29.1.1943 ermordet.

Bisher erinnert nur die im Jahre 1985 so benannte Gustav-Faber-Straße lediglich an den Vater. Das Straßenschild enthält jedoch kein Legendenschild.

Die VVN-BdA Kreisvereinigung Siegerland-Wittgenstein war der Ansicht, dass damit dem Gedenken nicht Genüge getan sei, und wendete sich am 22.02.2001 zunächst an die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Netphen und regte an, dass Schild der Gustav-Faber-Straße um ein Legendenschild zu ergänzen und eine Gedenktafel am ehemaligen Wohnhaus der Familie Faber anzubringen, auf der alle Familienmitglieder namentlich genannt werden sollten.

Die SPD-Fraktion nahm diese Anregung auf und brachte den Vorschlag in die Gremien der Stadt ein. In seiner Sitzung vom 26.6.2001 beschloss der Kulturausschuss die Anbringung von Legendenschildern in dem Baugebiet, in dem die Gustav-Faber-Straße liegt, und die Anbringung einer Gedenktafel auf dem St.-Petersplatz.

Leider ging aus dem Beschluss nicht hervor, dass die Namen der Fabers auf der Tafel genannt werden sollen. So befürchteten wir, dass die Familie Faber in einer anonymen Tafel untergehen könnte. Aber Opfer brauchen Namen, um sich ihrer zu erinnern.

Auf Nachfrage erhielten wir am 10.10.2002 eine Mitteilung aus dem Büro des Bürgermeisters, die unsere Befürchtung eher bestärkte als zerstreute. Um sicher zu gehen, wandten wir uns mit einem Brief am 6.1.2003 an den Netphener Bürgermeister, in dem wir klarstellten, wie wichtig die Namensnennung ist, und dem wir einen Textvorschlag für eine Gedenktafel beifügten.

Unsere Anregung scheint auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein, wie den Reaktionen in der Presse zu entnehmen ist.

Im März 2003 erhielten wir aus der Verwaltung der Stadt Netphen die Information, dass am 27.7.2003, dem Jahrestag der Deportation der Fabers, eine Gedenktafel angebracht werden soll.

Die Gedenktafel wurde am 27.7.03 von Eleonore Schmallenbach, einer Schulfreundin Anita-Ruth Fabers, enthült.

Pressesspiegel


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